„Konzertierte Aktion“ 2022 – Tarifpolitik ist Wirtschaftspolitik

Infolge der steigenden Energiekosten und Verbraucherpreise, einhergehend mit hoher Inflationsentwicklung in Deutschland und Europa, hat die Bundesregierung die „Konzertierte Aktion“ 2022 zur Stabilisierung wirtschaftlicher Entwicklungen auf die Agenda gesetzt. In Anlehnung an die frühere Konzertierte Aktion Karl Schillers und des verabschiedeten „Stabilitätsgesetzes“ von 1967, hat der Bundeskanzler Olaf Scholz zu einem Treffen von Gewerkschaften und Arbeitgebern eingeladen. Ziel ist es, der aktuellen Krisensituation mittels einer institutionalisierten Plattform, auf Grundlage gemeinsamer Verständigung und Austausch aller Tarifpartner*innen entgegenzuwirken.
Am 04. Juli 2022 trafen sich erstmals Vertreter*innen von Gewerkschaften, Arbeitgeberverbänden, der Bundesbank, Sachverständige und die Minister für Finanzen, Wirtschaft sowie Arbeit und Soziales. Im Auftakttreffen wurde eine erste Arbeitsstruktur beraten, mit dem Ziel, bis September 2022 erste Ergebnisse aufzeigen zu können.

Diese Konstellation bietet Chancen für langfristige/nachhaltige Gestaltung und Stärkung des Tarifvertragssystems in Deutschland. Sie betont die Notwendigkeit und Nachfrage für substantielle, branchenübergreifende Tarifpolitik, mit dem Ergebnis hoher Tarifbindung und Stärkung der Demokratie.

(erstellt am: 01.08.22)

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Trend in der Tarifbindung

Seit 2000 ist die Tarifbindung von Betrieben und Beschäftigten in Deutschland grundsätzlich rückläufig. Während 2000 noch 44 Prozent der Betriebe an einen Tarif gebunden waren, sind es 2021 nur noch 25 Prozent. Eine zeitgleiche Entwicklung, allerdings auf höherem Niveau, zeigt sich, bei der Betrachtung des Anteils der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben. 2000 waren in Deutschland 68 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben beschäftigt, wohingegen dieser Anteil 2021 nur noch bei 52 Prozent lag. Diese Werte unterscheiden sich in den einzelnen Bundesländern deutlich voneinander, wobei die Werte für Ostdeutschland niedriger ausfallen, als für die Westdeutschland.

(erstellt am: 01.08.22)

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Quelle: IAB-Betriebspanel, eigene Darstellung

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